nun stehen wir vor einem Jahr, über das recht düstere Prophezeiungen gemacht werden. Wir werden, so sagt man, die Folgen der Finanzkrise zu spüren bekommen.
Da hatte man in der globalen Welt all sein Vertrauen auf das große Geld gesetzt. Aber irgendwann im Jahr 2008 wurde ganz plötzlich entdeckt, dass man dem Geld alleine nicht vertrauen kann, sondern eigentlich nur denen, die damit umgehen. Das war zwar für unsere Zeit eine schon ziemlich große Entdeckung, aber leider kam sie etwas zu spät.
Von dieser Erkenntnis infiziert, vertrauten die, die nur dem ganz großen Geld vertraut hatten, sich selbst nicht mehr und plötzlich war sogar das ganz große Geld verschwunden. Nun ja, wenn man ernsthaft glaubt, Stroh zu Gold zu spinnen, dann ist das Ende vom Lied “Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Pumpen-Stiehlchen heiß!”
Nun ruft man uns auf, schnell zu konsumieren, damit alles wieder gut, - alles wieder wie früher wird. Kaufen, kaufen, kaufen, damit die Welt nicht aus den Fugen gerät! - das scheint der wirtschaftlich-politische Ausblick 2009 und als rückblickende Erkenntnis wird konstatiert: Setzt den Banken Schranken! Solcher Art Standpunktbestimmung macht natürlich wenig hoffnungsvoll. Es wird sich kaum etwas ändern und bald trottet alles wieder dem großen Geld hinterher und wenn das möglicher-weise immer weiter entflieht, dann folgen wir den großen Schulden. Trotz der so großen Krise bleibt alles beim Alten, jedenfalls setzt man alles daran, dass sich nichts grundlegend ändern muss. “Nichts Neues unter der Sonne!” würde der Prediger Salomo sagen. Und doch weiß jeder - eigentlich können wir nicht so weitermachen, wie bisher.
Unsere Ziele, unsere Ideale, unsere Aufbrüche kommen nicht einmal mehr aus halbem Herzen. Andererseits ist es allenfalls ein mögliches Fiasko, was uns treibt. Das Wort Begeisterung scheint irgendwohin verkauft zu sein und wir ziehen unsere Kreise auf den Bahnen von Verdienen und Verbrauchen.
Wer sich solche Dinge fragt, ist schnell mit seinem Latein am Ende und die düsteren Prophezeiungen scheinen immer deutlicher zu werden.
Worauf also vertrauen? Was ist überhaupt noch möglich? Und wie weiter wenn wir mit der Sprache des Geldes am Ende stumm bleiben?
Die Antwort bietet die Jahreslosung 2009. Es liegt an uns, worauf wir vertrauen, was wir für möglich halten und was uns zu Herzen spricht.
Was bei Menschen unmöglich ist,
das ist bei Gott möglich.
(Lukas 18, 27)
Vielleicht wird 2009 mal ein Jahr, in dem es nicht vornehmlich ums Geld geht, sondern um das, was Gott möglich ist. Denn der will unsere Seele fröhlich singen lassen, auch wenn wir sie in und um uns oft nur silbern klingeln hören.